Mittwoch, 9. September 2015
Bürgermeister Maczek gegen die Unterbringung einer Flüchtlingsfamilie in Pinkafeld
Ortschef gab Okay nicht: Familie sucht Quartier
Bürgermeister Kurt Maczek hat Bedenken gegen die Unterbringung einer Flüchtlingsfamilie in einer Genossenschaftswohnung.
»Probleme müssen auf sachlicher, nicht auf emotionaler Ebene gelöst werden«, meint Diakonie-Chefin Sieglinde Pfänder.
bvz.at - 9.9.2015
Die Unterbringung von Flüchtlingen ist auch in der Stadtgemeinde Pinkafeld ein Thema. Aktuell sind hier rund 30 Menschen, vorwiegend privat, untergebracht. Am Montag (7.9.) hätte nun eine Familie in Pinkafeld zusammengeführt werden sollen.
„Habe mich etwas überrumpelt gefühlt“
Der Vater ist schon länger in Rechnitz untergebracht, seine Frau und die Kinder sind jetzt auch in Österreich. Die Diakonie hatte eine Wohnung in Pinkafeld angemietet, in der diese Familie zusammenleben hätte sollen. Die Betreuung, ebenfalls durch die Diakonie und ehrenamtliche Helfer, war bereits organisiert.
Bürgermeister Kurt Maczek hat der Unterbringung allerdings kein Okay erteilt.
„Ich wurde Montagfrüh damit konfrontiert und habe mich etwas überrumpelt gefühlt. Wir haben Möglichkeiten, Flüchtlingsfamilien in Pinkafeld unterzubringen. Die Unterbringung von Flüchtlingen in einem Wohngebiet ist nicht unproblematisch, vor allem für die Anrainer. Diese gehören eingebunden und auch der Bürgermeister“, erklärt der Stadtchef seine Sichtweise.
Gespräch suchen und Lösungen finden
Die Oberwarter Pfarrerin Sieglinde Pfänder, Geschäftsführerin der Diakonie Burgenland, hat einen Gesprächstermin mit Bürgermeister Maczek für Donnerstag dieser Woche ausgemacht. Sie will versuchen die Wogen zu glätten.
„Ich möchte versuchen, hier einen Konsens zu erreichen. Die Leute reagieren derzeit alle sehr aufgeregt. Ich werde versuchen, mit ihm ein Gespräch zu suchen und eine Lösung zu finden. Es geht hier um eine Familie. Verschiedene Optionen sind hier sachlich zu klären und nicht auf emotionaler Ebene“, so die Chefin der Diakonie.
Natürlich sollen die Nachbarn eingebunden werden. „Wir wollen das Gespräch mit den Anrainern suchen. Unsere Idee wäre auch, ein Nachbarschaftsfest zu veranstalten, damit sich Flüchtlinge und Bevölkerung näher kennenlernen können“, hofft Pfarrerin Pfänder auf eine gütliche Einigung.
Hintergrund:
Um Asylquartier zu verhindern: Kasernen in burgenländischer Hand (Bezirksblätter, 29.7.2014)
Kaserne Pinkafeld - Areal geht fix an Bieterkonsortium (Bezirksblätter, 19.8.2014)
Wirbel um Asylunterkünfte in Oberwart und Pinkafeld (Bezirksblätter, 11.3.2015)
Pinkafeld: Erste Sanierungsarbeiten bei der Turbakaserne (Bezirksblätter, 17.3.2015)
Sonntag, 6. September 2015
Dramatisches Wochenende: 14.000 Flüchtlinge über Nickelsdorf gereist
14.000 Flüchtlinge über Nickelsdorf gereist
Orf.at - 6.9.2015
Fast 14.000 Menschen sind seit Samstag über die Grenze bei Nickelsdorf nach Österreich gekommen. Sonntagnachmittag gab es kaum mehr Neuankömmlinge. Sowohl die Nova-Rock-Halle als auch die ASFINAG-Halle in Parndorf seien leer, so Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil.
Eisenstadt: Diözese stellt Notunterkünfte zur Verfügung
30 weitere Quartiere in Eisenstädter "Haus der Begegnung" verfügbar - Bischof Zsifkovics stellt Gästezimmer in Bischofshaus zur Verfügung
Eisenstadt, 05.09.2015 (KAP) Angesichts der dramatischen Entwicklung entlang der ungarischen Grenze mit tausenden erwarteten Flüchtlingen stellt die Diözese Eisenstadt kurzfristig weitere Notquartiere zur Verfügung. Das teilte die Diözese am Samstag gegenüber "Kathpress" mit. "Wir sind bereit zu helfen. Die Diözese Eisenstadt kann zur Stunde Notunterkünfte für rund 30 Personen spontan schaffen", so Markus Zechner, diözesaner Koordinator für die Flüchtlingsunterbringung. Bischof Ägidius Zsifkovics bot außerdem Gästezimmer im Bischofshaus als Notquartiere an.
Flüchtlingsdrama auf A4 für Bischof Zsifkovics eine "Schande"
Bei einem ökumenischen Gedenkgottesdienst für die in der Vorwoche in einem Transporter erstickten 71 Menschen am Freitagabend in Neusiedl am See hat der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics den Tod der Flüchtlinge als "Schande für die Menschheit" bezeichnet.
Salzburger Nchrichten >>
Hintergrund:
ORF- Fotoalbum: Vom Marsch zum Grenzübertritt
Beeindruckende Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen in Wien
6.500 Flüchtlinge in Österreich angekommen
Orf.at - 5.9.2015
Bis Samstagnachmittag kamen 6.500 Menschen aus Ungarn nach Österreich. Ihre erste Station in Österreich war Nickelsdorf, von dort wurden sie mit Zügen und Bussen weiter transportiert, denn die meisten wollen nach Deutschland.
Orf.at - 6.9.2015
Fast 14.000 Menschen sind seit Samstag über die Grenze bei Nickelsdorf nach Österreich gekommen. Sonntagnachmittag gab es kaum mehr Neuankömmlinge. Sowohl die Nova-Rock-Halle als auch die ASFINAG-Halle in Parndorf seien leer, so Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil.
Eisenstadt: Diözese stellt Notunterkünfte zur Verfügung
30 weitere Quartiere in Eisenstädter "Haus der Begegnung" verfügbar - Bischof Zsifkovics stellt Gästezimmer in Bischofshaus zur Verfügung
Eisenstadt, 05.09.2015 (KAP) Angesichts der dramatischen Entwicklung entlang der ungarischen Grenze mit tausenden erwarteten Flüchtlingen stellt die Diözese Eisenstadt kurzfristig weitere Notquartiere zur Verfügung. Das teilte die Diözese am Samstag gegenüber "Kathpress" mit. "Wir sind bereit zu helfen. Die Diözese Eisenstadt kann zur Stunde Notunterkünfte für rund 30 Personen spontan schaffen", so Markus Zechner, diözesaner Koordinator für die Flüchtlingsunterbringung. Bischof Ägidius Zsifkovics bot außerdem Gästezimmer im Bischofshaus als Notquartiere an.
Flüchtlingsdrama auf A4 für Bischof Zsifkovics eine "Schande"
Bei einem ökumenischen Gedenkgottesdienst für die in der Vorwoche in einem Transporter erstickten 71 Menschen am Freitagabend in Neusiedl am See hat der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics den Tod der Flüchtlinge als "Schande für die Menschheit" bezeichnet.
Salzburger Nchrichten >>
Hintergrund:
ORF- Fotoalbum: Vom Marsch zum Grenzübertritt
Beeindruckende Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen in Wien
6.500 Flüchtlinge in Österreich angekommen
Orf.at - 5.9.2015
Bis Samstagnachmittag kamen 6.500 Menschen aus Ungarn nach Österreich. Ihre erste Station in Österreich war Nickelsdorf, von dort wurden sie mit Zügen und Bussen weiter transportiert, denn die meisten wollen nach Deutschland.
Samstag, 5. September 2015
BVZ-Reportage über einen Tag burgenländischer Flüchtlingsrealität
Flüchtlinge: „Was jetzt passiert, ist erst der Anfang“BVZ.at - 4.9.2015
16 Stunden Wirklichkeit. Eine Reportage von BVZ-Mitarbeiterin Vanessa Bruckner über einen Tag burgenländischer Flüchtlingsrealität von Nickelsdorf bis Heiligenkreuz.
16 Stunden Wirklichkeit. Eine Reportage von BVZ-Mitarbeiterin Vanessa Bruckner über einen Tag burgenländischer Flüchtlingsrealität von Nickelsdorf bis Heiligenkreuz.
Donnerstag, 3. September 2015
Pfarren im Burgenland bereiten Unterkünfte vor
Flüchtlinge: Pfarren bereiten Unterkünfte vor
burgenland.orf.at - 3.9.2015
Für die Opfer der Flüchtlingstragödie auf der A4 wird am Freitag in Neusiedl am See ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Außerdem entstehen in Burgenlands Pfarren Unterkünfte für Flüchtlinge, heißt es von der Diözese.
„Wir dürfen nicht den erhobenen Zeigefinger haben in der Frage der Flüchtlinge, und dann nicht das Unsere tun“ - mit diesen Worten hat Kardinal Christoph Schönborn zu Beginn der Woche an die katholischen Pfarren appelliert, mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen zu tun - Asyl: Schönborn verspricht 1.000 Plätze (wien.ORF.at; 2.9.2015).
200 neue Plätze bis Jahresende
Derzeit gebe es 50 Unterbringungsplätze für Flüchtlinge in pfarrlichen und diözesanen Gebäuden im Burgenland, bis zum Jahresende sollen noch 200 weitere dazukommen, heißt es aus der Diözese Eisenstadt dazu. Man arbeite gemeinsam mit der Caritas täglich an der Schaffung neuer Quartiere.
Bis zur ersten Oktoberwoche soll die nächste Tranche von 50 bis 60 Plätzen zur Verfügung stehen. Dafür laufen gerade in mehr als 30 Pfarrhöfen die Vorbereitungen. Außerdem würden weitere 25 Pfarrhöfe und kirchliche Objekte geprüft, allerdings müsse man die Gebäude für eine Unterbringung umfangreich adaptieren. Dafür hat die Diözese auch ein Sonderbudget bereitgestellt, um die Pfarren zu unterstützen.
Zeichen der Solidarität
Die 71 Menschen, die in der vergangenen Woche bei Parndorf auf der A4 tot in einem Schlepper-Lkw gefunden wurden, haben Europa erschüttert. Als Zeichen der Solidarität für Flüchtlinge wird am Freitag in Neusiedl am See ein ökumenische Gottesdienst gefeiert.
Zelebranten sind Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics, Superintendent Manfred Koch und der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis. Der Gottesdienst wird am Freitag um 19.00 Uhr in der römisch-katholischen Stadtpfarre in Neusiedl am See gefeiert.
Bischof Ägidius setzt sich für Flüchtlinge ein
martinus.at/aktuell/asyl
Mittwoch, 2. September 2015
Beispiel Oberschützen: So kann Integration gelingen
Titel-Story in der prima!-Ausgabe vom September 2014:
Bericht vom Asylanten-Jour-Fix im Sitzungssaal der Gemeinde Oberschützen am 11. August 2015
www.prima-magazin.at
Dienstag, 1. September 2015
Drei-Stunden-Ausstellung in Budapest: Für ein offenes Europa
Drei Stunden für ein offenes Europa, ein Europa, in dem Zäune Menschen von ihrem Menschsein trennen und Wege an Grenzen enden, im Nichts.
Die Künstlerin Ilse Gewolf setzt sich seit Jahren wiederholt mit dem Thema Aus‐ und Eingrenzen, den wieder erstarkenden Radikalismen auseinander. Im Juli 2011 hatte Ilse Gewolf anlässlich einer Ausstellung in Rechnitz im Südburgenland eine Schankhütte als Ausstellungsort zur Verfügung.
„Ich habe das Ding auf einem Hügel über einer Talsenke aufstellen lassen“, so Gewolf, „die Senke war im Zweiten Weltkrieg ein Panzergraben, von dem aus auf dem gegenüberliegenden Hang Flüchtende erschossen wurden. Rechnitz hat eine problematische, noch immer nicht ganz bewältigte Vergangenheit. Zurück zur Hütte: Ich habe sie mit ca. 45m beschriebener Tapete eingewickelt, das Innere schwarz ausgekleidet und an weißen Ketten hängende, starre Tangram‐Vögel auf weißen Würfeln drin aufgehängt. Die ganze Installation habe ich BURGENLÄNDISCHES VOGELGRENZSCHUTZHAUS genannt! Das war 2011.
Jetzt, 2015, geht es um einen Zaun, einen UNGARISCHEN VOGELGRENZSCHUTZZAUN, und wieder darum, dass solch eine Grenze Vögel und Gedanken nicht aufzuhalten vermag, Körper und Geist aber verletzt und demütigt, es geht um einen gegenwärtigen Zaun, wie wir wissen.
Ich verwende den Text aus 2011 wieder und habe ein 20m langes Bild gemacht, das den Grenzzaun repräsentieren soll, an beiden Rändern in alle Richtungen flüchtende Strichmännchenkarikaturen, die manchmal in Tiergestalten, manchmal in Schrift auslaufen. Der Text wird, getrennt vom Bild, Teil der Rauminstallation sein.
Mit Wüstensand gemalte Wachtürme sind ein getrennter, sprachloser Teil der Installation und stehen für das Überwachen, die archaische Bedürfnisbefriedigung, die kein Staatsoberhaupt erst für sich erfinden muss. Das Einsperren und Aussperren scheinen wieder zu einer europäischen Obsession zu werden (...) aber manchmal brechen die Dämme der Gewalt und der Angst unter dem Ansturm des Lebens, und alles wird einfach.“
Es geht also um eine Arbeit, die vor vier Jahren angefangen hat zu wachsen, hervorgegangen aus der Erinnerung an Gewalt vor 70 Jahren, eine Arbeit über Gewalt und Grenzen zwischen Ländern und Menschen, eine Arbeit, die nicht zu Ende sein kann, solange messerscharfe Zäune errichtet und überwacht werden. Die Realität hat das künstlerische Geschehen eingeholt inmitten eines Europas, dessen Fundament die Idee der Freiheit und Offenheit ist.
Ilse Gewolfs aktuelle Arbeiten zu diesem Thema werden am 13.9.2015 um 15:00 im Széchenyi Szalon in Budapest für drei Stunden zu sehen sein.
Gerhard Schumacher
arbosart
Verein zur Förderung interdisziplinärer, internationaler Kulturprojekte
A-7535 Gamischdorf 46, Austria
Mail: g.schumacher(a)arbos-ma.com
Mail: g.schumacher(a)arbos-ma.com
Montag, 31. August 2015
20.000 bei Flüchtlingsdemo „Mensch sein in Österreich“
orf.at - 31.8.2015
Für mehr Menschlichkeit in der Flüchtlingspolitik ist am Montag in Wien demonstriert worden. Zur Demo aufgerufen hatte eine Privatperson. Mehrere NGOs schlossen sich an, rund 20.000 Menschen - und damit weit mehr als gedacht - folgten dem Aufruf.
Unter dem Motto „Mensch sein in Österreich“ hatte die Demonstration gegen unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen am Montagabend in Mariahilf begonnen. Rund 20.000 Menschen nahmen an der Kundgebung teil. Die Route der Kundgebungsteilnehmer musste aufgrund des großen Zustroms mehrmals geändert werden. Die Demo verlief äußerst friedlich, es habe „keine sicherheitsrelevanten Vorfälle“ gegeben, sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger.
Die Demonstration wurde von Nadia Rida privat initiiert. „Angesichts der Situation dürfen wir nicht in Resignation und Ohnmacht verfallen. Wir dürfen nicht abstumpfen, sondern müssen uns zusammentun, denn gemeinsam sind wir stärker. Wir können alle etwas tun, sonst haben wir als Mensch versagt“, sagte die Jugendarbeiterin über ihre Motivation, die Veranstaltung zu organisieren. Zu den Demonstranten meinte sie in einer Wortmeldung: „Ihr seid der Hammer! Wir wollen Mensch sein in Österreich.“
Rida brachte mehrmals Hilfsgüter nach Traiskirchen. „Dabei ist mir bewusst geworden, wie engagiert viele Menschen sind. Dann kam die Idee zur Demonstration“, so Rida.
„Mensch sein in Österreich“ soll unpolitisch sein. Einige Organisationen und NGOs unterstützen die Demonstration aber, etwa SOS Mitmensch, Asyl in Not, die Volkshilfe oder die Diakonie. Auch die Bloggerin Madeleine Alizadeh ist dabei - mehr dazu in Modebloggerin holt Iraker aus Traiskirchen. Die Forderungen der Demonstrantinnen und Demonstranten waren unter anderem feste Quartiere für Asylwerber, sichere Räume für Frauen, ausreichend Verpflegung und eine gute ärztliche Versorgung für Flüchtlinge.
Schönborn zu Flüchtlingstragödie: „Es ist genug!“
Religion.orf.at - 31.8.2015
„Es ist genug! Genug des Sterbens, genug des Leides und der Verfolgung. Wir können nicht mehr wegschauen.“ - Mit diesen Worten hat Kardinal Schönborn am Montag den Gedenkgottesdienst im Stephansdom eröffnet.
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